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Berufsbild Social Media Manager: Marcus Maier-Thurn

Heute sprechen wir mit Marcus Maier-Thurn , er ist Social Media Manager für das Hotel Seedamm Plaza in Pfäffikon, Schweiz.

 

Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in) mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er idealerweise kommen?

Sicherlich ist Kommunikationsstärke und eine gewisse sprachliche Gewandtheit ein Muss als SMM. Denn letztendlich ist es die Kommunikation mit Kunden, Gästen und Fan‘ s ihrer Marke oder ihres Unternehmens, welche die Hauptaufgabe darstellt. Dazu ist es für mich persönlich wichtig, einen Bezug zur eigenen Branche und selbstverständlich zum Unternehmen zu haben. Ich selbst bin gelernter Hotelfachmann und Hotelbetriebswirt, somit besitze ich eine starke Verbindung zur Hotellerie als solches.

SM ist derzeit in aller Munde, jeder will mitmachen aber oft höre ich, dass es nach den ersten Versuchen sowohl an Personal- und Zeitresourcen, wie auch an finanziellen Mitteln fehlt. Die vermeintliche Lösung ist dann schnell „Outsourcing“. Hier wiederum fehlt oft der Bezug zum Betrieb als solches und die Inhalte müssen dennoch vom Unternehmen geliefert werden.

Natürlich darf auch eine gewisse technische Affinität nicht fehlen. Als SMM stehen sie laufend technischen Neuerungen gegenüber, seien es einfache Änderungen auf den Portalen selbst, bis hin zur eigenen Applikationsentwicklung. Man muss kein Informatikstudium absolviert haben, aber Grundkenntnisse in HTML, Bildbearbeitung und Webdesign schaden sicher nicht.

Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete?

Ich spreche nun nur die Aufgaben als SMM an, da ich noch weitere Aufgaben im Unternehmen besitze. Hierbei kann man durchaus sagen, dass ich zunächst der „Daten“ Sammler- und Jäger bin. Viele Informationen werden mir durch diverse Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Ebenso erhalte ich immer wieder relevante Daten von der Geschäftsleitung, welche für die Veröffentlichung gedacht sind. Dann arbeite ich sehr eng mit unserer klassischen Marketingabteilung zusammen und wir ergänzen uns entsprechend. Natürlich bin ich aber auch selbst unterwegs und mache Bilder, sammle Informationen, besuche diverse Veranstaltungen und Events oder begleite diese, wenn Sie im Hause stattfinden. Danach kommt die Datenfilterung und Aufbereitung. Dies stellt sicher eine grosse Herausforderung dar, denn publizieren müssen sie stets informativ, zielgerichtet, humorvoll und dennoch kurz und prägnant. Danach ist es eigentlich recht einfach, nur noch die für den jeweiligen Inhalt passende(n) sozialen Plattform(en) auswählen und die Inhalte verbreiten.

Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer Tätigkeit?

Dadurch, dass meine Position im Herbst 2010 neu geschaffen wurde, hatte ich natürlich eine Menge Vorarbeit zu leisten, bis die erste Kommunikation über SM stattfinden konnte. In einem Haus unserer Grösse gibt es ein Qualitätsmanagementsystem worin jedem Ablauf ein klar definierter Prozess zugrunde liegt. So war meine erste Aufgabe, eine SM Strategie zu definieren und diese der Geschäftsleitung vorzustellen. Danach ging es dann an den Aufbau der einzelnen Profile auf den Plattformen und die grafische Gestaltung von z.B. Profilbildern, Hintergründen, etc. Erst als das alles vollzogen war, wurde die Pflicht zur Kür und die eigentliche Social Media Tätigkeit hat begonnen.

Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um?

Fehler sind menschlich und man soll sie machen (dürfen). Aus meiner Sicht allerdings nur einmal, den man soll einen Fehler nutzen, um daraus zu lernen. Genau so halte ich es auch mit meinem persönlichen Fehlermanagement und versuche jeden Fehler zu analysieren und Verbesserungen für die Zukunft daraus abzuleiten.

Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen Sie sich ggf. abstimmen?

Intern ist sicherlich die genaue Abstimung mit der Marketing Abteilung entscheidend. Nun ist immer die Frage, wie weit gehen die Aktivitäten im Bereich Social Media. Wir inkludieren dabei z.B. weitere Tätigkeiten wie z.B. Hotelbewertungsportale überwachen und Gästekommentare entsprechend zu kommentieren oder auch weiter zu publizieren. Dafür arbeite ich intensiv mit dem Front Office Manager und bei Bedarf auch mit der Abteilung Innere Dienste zusammen. Zudem besitzen wir drei Restaurants. Auch hier ist eine Abstimmung sowohl mit unserem F&B Manager, wie auch mit den jeweiligen Restaurantleitern und der Küche, je nach Situation erforderlich.  Natürlich sind auch alle wichtigen Prozesse und Vorgehensweisen der Geschäftsleitung vorrangig vorzustellen.

Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne Kommunikation zu bewältigen?

Die grösste Aufgabe hierbei ist die Informationsbeschaffung. Sie können sich einfach nicht um jede Information selbst kümmern, sondern sind vielmehr darauf angewiesen, dass diese ihnen durch Vorgesetzte und Mitarbeiter gleichermassen zugänglich gemacht werden. Der gute SMM kommuniziert ausserdem nicht nur nach Aussen, sondern auch intern, sprich, hält die Mitarbeiter ebenso über die Geschehnisse der „Online-Welt“ auf dem Laufenden. Dies soll bei uns zukünftig mittels einem „Online-Monitor“ am schwarzen Brett gemacht werden. So haben alle Mitarbeiter, also auch diejenigen ohne eigenen PC Arbeitsplatz, stets die aktuellsten Informationen, was online über das Unternehmen publiziert wird.

Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich?

Jein. Berater als solches werden bei uns im Bereich SMM nicht eingesetzt. Natürlich muss man sich als SMM immer auf aktuellem Wissensstand halten, Neuerungen verfolgen und umsetzen. Ich mache dies hauptsächlich durch Teilnahme an Seminaren und Workshops. Anders sieht es bei spezifischen Anliegen aus, wie z.B. Entwicklung einer Applikation für Facebook oder einer eigenen iPhone App. Solche Anforderungen gebe ich an externe Dienstleister, die dies entsprechend unserer Vorgabe schnell und präzise umsetzen.

Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den Bedarf in 2 Jahren?

Ich denke, dass Verschiebungen eintreten werden. Die Online-Welt ist derartig schnelllebig, das was heute aktuell und gut ist kann morgen bereits veraltet und nicht mehr hip sein. Es werden Social Media Plattformen kommen und gehen, neue Anwendungen verfügbar werden, usw..

Bleiben wir aber bei der Kommunikation als Kernfeld des SMM, so wird diese auch in den kommenden Jahren stattfinden. Wo und wie ist allerdings eine Frage, die nur die Zeit beantworten kann.

Nach meiner Meinung wird der Bedarf an eigens im Unternehmen angestellten SMM stark ansteigen. Ein bischen Social Media geht nicht und wirkt unprofessionell. Alles über externe Partner und Agenturen abzuwickeln ist auf Dauer nicht nur mindestens genau so teuer wie jemanden in dieser Position fest anzustellen und auch der Zeitaufwand, welcher dennoch bestehen bleibt, ist nicht ohne.

Eine gute Lösung ist mein eigenes Beispiel: Neben Social Media betreue ich die Bereich Gästereklamationen, Versicherungen und bin Umweltbeauftragter des Unternehmens. Nicht nur die einzelnen Aufgabengebiete gehen oft Hand in Hand, auch das Unternehmen profitiert von einer solchen Aufteilung. Nicht zuletzt kommt mir natürlich noch zugute, dass ich dadurch viele Bezugspunkte im Haus habe und sich somit immer wieder neue Informationen und Ideen finden lassen, die sich lohnen, nach innen und aussen kommuniziert zu werden. Letztendlich eine Win-Win Situation für alle Beteiligten.

Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die  sich für diesen Beruf interessieren?

Zunächst Vorsicht bei den vielen „Ausbildungsmöglichkeiten“ zum SMM. Ich erhalte wöchentlich Angebote, die ihnen eine Ausbildung zum SMM innert kürzester Zeit anbieten, und das für teures Geld. Prüfen sie diese genau und sprechen sie mit Absolventen der vorangegangenen Kurse über ihre Erfahrungen. Weiters beziehe ich mich nochmals auf den Bezug zum Unternehmen. Wenn dieser fehlt, ist es aus meiner Sicht sehr schwer, die Social Media Tätigkeiten zu vollziehen. Bleiben sie in ihrem Fachgebiet, nutzen sie Seminare und Workshops von seriösen Anbietern und bleiben sie stets informiert. Lesen sie viel über diesen Bereich und probieren sie aus…

…dann sind sie auf dem richtigen Weg.

Wir bedanken uns für das Interview bei Marcus Maier-Thurn und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!

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