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Kommen wir von den Agenturen zurück zu den Unternehmen. Genauer gesagt zu einem der wohl bekanntesten Versandhändlern in Deutschland – dem Otto Versand. Auch hier wird das Thema Social Media durch ein Projekt-Team von 2 Mitarbeitern vorangetrieben und ständig weiterentwickelt. Einer davon ist David Rahnaward Basar, der sich bei der Otto GmbH & CO. KG um die Konzeption von Anwendungen und die Umsetzung betreut. Wir haben mit ihm über seine täglichen Aufgaben, seine Erfahrungen und die Zukunft des Berufsbilds Social Media Manager gesprochen.
Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in) mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er idealerweise kommen?
Ein Social Media Manager sollte sich in jedem Fall mit und in den sozialen Netzwerken auskennen. Hierzu ist es wichtig, ein Gefühl im Umgang mit einer Community mitzubringen, sowie offen und dialogfreudig zu sein. Diese Fähigkeiten sind ebenfalls im Unternehmen gefragt, denn ein Social Media Manager sollte ein fachliches Netzwerk im Unternehmen aufbauen, um beispielsweise schnell auf Anfragen seitens der Community reagieren zu können. Des Weiteren sind das Interesse an neuen Themen und Kreativität wichtige Aspekte, da sich die Social Media Kanäle sehr schnell weiterentwickeln. Darüber hinaus ist es sinnvoll, ein wirtschaftliches und technisches Verständnis mitzubringen.
Im aktuellen Social Media Team bringen alle ein Studium mit. Die Mischung aus BWL (meine Kollegin Sandra Goldt) und Wirtschaftsinformatik (ich) hat sich bei uns als eine gute Kombination erwiesen. Wir können uns mit unseren Kenntnissen und Fähigkeiten sehr gut ergänzen. Meiner Meinung nach ist ein Studium keine zwingende Voraussetzung für die Arbeit als Social Media Manager. Es ist mit Sicherheit aber auch nicht von Nachteil und nützt viel, um sich bei Themen wie Zeit- und Selbstmanagement gut aufzustellen und Recherche-Techniken zu erlernen. Unschlagbar sind jedoch das Interesse am Thema Social Media, eine starke Onlineaffinität und am besten bereits erste berufliche Erfahrungen auf dem Gebiet.
Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete?
Meine Kollegin Sandra Goldt und ich haben uns die Aufgaben so aufgeteilt, dass sie den Fokus auf die redaktionelle Betreuung und die strategische Weiterentwicklung legt. Ich betreue im Team die technischen Fragestellungen wie beispielsweise die Konzeption von Anwendungen und die Betreuung der Umsetzung.
Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer Tätigkeit?
Durch die hohe Geschwindigkeit, mit der sich die Social Media Kanäle weiterentwickeln, ist es immer wieder eine spannende Herausforderung, auf dem neuesten Stand zu sein.
Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um?
Fehler sind menschlich und können jedem passieren. Solange man ehrlich zu seinen Fehlern steht, wird dies auch von Fans und Followern nur in wenigen Fällen negativ gesehen.
Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen Sie sich ggf. abstimmen?
Durch das Vertrauen der Kollegen aus allen Bereichen des Unternehmens haben wir viel Gestaltungsfreiheit. Selbstverständlich stimmen wir uns bei Fragen stets mit den zuständigen Kollegen ab.
Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne Kommunikation zu bewältigen?
Das Thema Social Media wird bereits von vielen Kollegen als wichtig erachtet. Dafür sind wir sehr dankbar, da die Kollegen von sich aus Ideen für Beiträge und Aktionen an uns herantragen.
Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich?
Der Großteil der Themen wird vom Social Media Team selbst vorangetrieben. Bisher haben wir nur in einem Fall eine weitere Sichtweise bei der Entwicklung unserer Themen benötigt.
Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den Bedarf in 2 Jahren?
Das Berufsbild ist erst im Entstehen. Noch muss ein Social Media Manager übergreifend Themen abdecken. Dies beginnt beim Community-Management, geht über die Konzeption von Facebook-Anwendungen und -Aktionen bis hin zur strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung. Heute ist es in diesem Berufsfeld wichtig, für alle Punkte offen zu sein. Ich wage die Vermutung, dass sich die Aufgaben zukünftig aufspalten werden und dann für die einzelnen Aufgaben spezialisiertes Know-how gefragt sein wird.
Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die sich für diesen Beruf interessieren?
Drei Punkte, welche jeder Social Media Manager mitbringen sollte:
- Sich nur in sozialen Netzwerken zu bewegen, qualifiziert noch nicht, um eine Community zu gestalten und zu betreuen. Das Interesse an den Netzwerken und eine starke Online-Affinität sind aber natürlich eine absolut notwendige Voraussetzung.
- Offenheit gegenüber neuen Themen und Dialogfreudigkeit sind sehr wichtig.
- Es ist immer wieder notwendig, das Gesamtbild zu betrachten. Aus diesem Grund sollte auch ein strategisches Interesse nicht fehlen.
Wir bedanken uns für das Interview bei David Rahnaward Basar und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!
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