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Berufsbild Social Media Manager: Annabelle Atchison

Heute interviewen wir Annabelle Atchison. Die 27-jährige Kommunikations-wissenschaftlerin zeichnet bei Microsoft Deutschland GmbH für den Bereich Social Media verantwortlich. Wie sprechen mit ihr über ihre Aufgaben, ihre persönlichen Herausforderungen und über die Zeit in der das “Internet, genau wie heute Farbfernsehen auch wieder nur Fernsehen heißt”.

 

Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in) 
mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er 
idealerweise kommen? 

Neugierde, Flexibilität, diplomatisches Geschick sind wichtige Fähigkeiten. Ein kommunikativer Hintergrund ist sicher hilfreich, zum Beispiel PR, Marketing oder Journalismus. 

Vielleicht kann man meinen Werdegang ja als Beispiel nehmen: Ich habe Kommunikationswissenschaft studiert, sowohl in den Print- als auch TV-Journalismus reingeschnuppert und bin dann in die PR-Abteilung zu Microsoft gegangen. Dort habe ich eineinhalb Jahre sowohl Social Media für das Presseteam auf- und ausgebaut als auch die interne 
Kommunikation mitbetreut. Durch diese Doppelrolle habe ich wertvolle Einblicke und vor allem gute Kontakte in unsere gesamte Organisation bekommen, die mir in meiner jetzigen Rolle als Social Media Manager für Microsoft Deutschland insgesamt sehr hilfreich sind. 

Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete? 

Sie sind vor allem vielfältig. Zum einen habe ich die Rolle des in-house Beraters zum Thema Social Media und bin hierzu bei allen Aspekten die erste Anlaufstelle für die Mitarbeiter. Dann betreue ich unsere internen Social Media Prozesse, wie zum Beispiel das Social Media Council – unser bereichsübergreifendes Entscheidungsgremium - oder unsere interne E-Mail Diskussionsgruppe rund um das Thema. Ich bin aber auch in den verschiedensten Projekten involviert, von Veranstaltungen wie der IFA oder der CeBIT bis hin zu Twitter Chats oder Social Media Workshops für unsere Partnerlandschaft. Das Thema Social Media Mitarbeiter-Trainings liegt ebenfalls in meinen Verantwortungsbereich. 

Darüber hinaus betreue ich operativ sowohl den Twitteraccount des PR-Teams als auch das Microsoft Deutschland Facebook Profil im daily business und bin so als zentraler Ansprechpartner im Netz zu finden. Was mir hierbei besonders Spaß macht, ist unser Video-Format ”Microsoft Social Reporter”, das ich mit einem Kollegen moderiere. 
(Bsp: http://www.youtube.com/watch?v=XWsRk6FRfBg

Last but not least vertrete ich Microsoft auch als aktiver Teilnehmer in einer Reihe von Unternehmens-Arbeitskreisen zum Thema Social Media. 

Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer 
Tätigkeit? 

Die Microsofties sind sehr aktive Kommunikatoren, vor allem im Netz. Das ist toll, aber auch meine größte Herausforderung. Hier einen gemeinsamen Rahmen für die verschiedenen Bereiche zu finden, Synergiemöglichkeiten zu identifizieren und dann auch zu nutzen sowie eine einheitliche Reporting-Struktur aufzubauen – das beschäftigt 
mich tagtäglich. 

Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um? 

Fehler passieren und gehören dazu, wenn man wachsen will. Ich bin sowieso eine Verfechterin davon, dass Unternehmen ihre menschliche Seite zeigen, vor allem im Netz. Und zu einem menschlichen Unternehmen gehören eben auch Fehler. 

Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen 
Sie sich ggf. abstimmen? 

Wir haben schon vor ein paar Jahren ein Social Media Council eingeführt. Dieses Gremium besteht aus den Entscheidungsverantwortlichen der verschiedenen Bereiche, die Social Media nutzen – also PR, Marketing, HR, unsere Developer-, Public Sector- und Services-Bereiche sowie dem Kundensupport. Außerdem sind hier auch Kollegen aus Österreich und der Schweiz vertreten. In dieser Runde werden die Strategiethemen für Microsoft Deutschland 
besprochen und verabschiedet. 

Daneben haben wir ein bereichsübergreifendes Redaktionsmeeting eingeführt, wo diejenigen Kollegen teilnehmen, die die verschiedenen Social Media Kanäle tatsächlich bespielen. 

Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne 
Kommunikation zu bewältigen?

Zum einen wollen die Mitarbeiter die Technologien und Kommunikationswege, die sie extern gewohnt sind, gerne auch für ihre Arbeit innerhalb des Unternehmens nutzen. Da haben wir als Microsoft natürlich Glück, weil wir mit unseren Technologien und der Integration von externen Social Networks in die internen Tools und Prozesse ein sehr gutes Angebot für unsere Mitarbeiter haben. 

In Bezug auf die interne Kommunikation birgt unser externes Social Media Engagement aber auch eine Gefahr. Die Mitarbeiter nutzen unsere Microsoft Deutschland Facebook Seite zunehmend als ersten – oder vielleicht sogar einzigen – Informationskanal. Das ist natürlich aus Unternehmenssicht nicht sinnvoll. Man sollte unternehmensinterne 
Informationen nie auf Facebook posten, auch nicht in geschlossenen Gruppen. Dementsprechend bekommen Mitarbeiter, die sich nur über Facebook informieren, nicht alle relevanten Informationen. 

Wir verschlanken unsere interne Kommunikation, machen sie schneller und richten sie stärker an „social“ aus, um diesem Trend entgegenzuwirken. 

Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch 
externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich? 

Wir haben sowohl in der PR als auch im Marketing Unterstützung durch Agenturen. Gerade bei der Kommunikation im Web ist es wichtig, dass die Mitarbeiter des Unternehmens erreichbar sind und authentisch kommunizieren. Das kann eine externe Agentur nicht leisten. 

Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des 
Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den 
Bedarf in 2 Jahren? 

Momentan sehen die Stellenbeschreibungen für Social Media Manager ja noch recht unterschiedlich aus. Ich glaube, das Berufsbild wird sich fokussieren. Dann wird ein Social Media Manager für die Strategie, übergreifende redaktionelle Themensteuerung und Reporting zuständig sein und als offizieller Sprecher des Unternehmens auf den Corporate-Blogs oder Corporate Facebookseiten fungieren. Das wird sich nicht nur auf Social Media beziehen, sondern wird die gesamte Online-Kommunikation eines Unternehmens beinhalten. Vielleicht noch nicht in zwei Jahren, aber mit Sicherheit in fünf Jahren. Und dann wird “Social Media” einfach nur das Internet sein – genau wie heute Farbfernsehen auch wieder nur Fernsehen heißt. 

Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die 
sich für diesen Beruf interessieren? 

Es hilft, wenn man sich tatsächlich für das Thema interessiert und mit Leidenschaft und vor allem auch Pioniergeist an die Sache rangeht. Ein kommunikativer Hintergrund ist sicher sinnvoll. Und gerade als Social Media Manager ist ein junges Alter kein Hinderungsgrund, sondern Vorteil. 

Wir bedanken uns für das Interview bei Annabelle Atchison und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg!

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