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Ich hoffe Ihr seid alle gut ins Neue Jahr gekommen! Genug Stoff ist jedenfalls noch vorhanden, um unsere Interviewreihe zum Berufsbild Social Media Manager fortzusetzen. Auch weil sich immer wieder neue Freiwillige finden, die sich bei uns mit ihrem Job vorstellen möchten. Es bleibt also spannend!
Die Fortsetzung unserer Interviewreihe in 2011 läutet ein, Charles Schmidt, Corporate Social Media Officer
bei der Krones AG.
Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in) mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er idealerweise kommen?
Glaubt man den wenigen Stellenausschreibungen, die es dazu gibt bzw. die ich kenne, so wäre ein Studium im Bereich Kommunikation wünschenswert. Ich persönlich halte das nicht zwingend für erforderlich. Als viel wichtiger schätze ich es ein, ein sehr gutes Netzwerk im Unternehmen zu haben, bzw. die Eigenschaft, sich dieses sehr schnell aufzubauen. Ich muss wissen, wie mein Unternehmen tickt. Ich muss wissen, was mein Unternehmen wann und wie zu welchen Themen sagen möchte. Der SMM sollte natürlich extrem kommunikativ, ehrlich, teamfähig und hin und wieder auch kreativ sein. Das Wort „Arbeitszeit“ sollte in seinem Wortschatz nicht die große Rolle spielen. Die Zielgruppe bestimmt die Arbeitszeit und die Zielgruppe ist 24 Stunden online.
Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete?
Die wichtigste Aufgabe ist das Zuhören, man könnte auch Monitoring sagen. Es ist für uns sehr wichtig, was die User über uns erzählen. Eine schnelle und ehrliche Reaktion auf Fragen und Kommentare ist enorm wichtig. Dabei spielt es nur untergeordnet eine Rolle, ob dies auf unseren eigenen Kanälen passiert oder „irgendwo“ im Netz.
Die eigenen Kanäle wie YouTube, Facebook, Twitter, Xing und Co. werden von mir sowohl administriert, mit Inhalten befüllt, als auch ausgewertet und optimiert.
Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer Tätigkeit?
In der Tat gab es schon den ein oder anderen Fall, der etwas heikel war. Aber mit etwas Besonnenheit, gesundem Menschenverstand und einem tollen Team konnten diese Einzelfälle ganz gut gemeistert werden. Die größte Herausforderung ist meiner Meinung nach die Integration von SM im Unternehmen. Die Integration von SM in bestehende Geschäftsprozesse. Dies erfordert viel Fingerspitzengefühl, denn die Integration bedeutet ein Stück weit auch einen gewissen Kulturwandel im Unternehmen, zumindest in einigen Bereichen.
Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um?
Unternehmen kaufen nicht bei Unternehmen. Menschen kaufen bei Menschen und diese machen Fehler. Ich denke, aus Fehlern lernt man und wächst man auch.
Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen Sie sich ggf. abstimmen?
Im Prinzip bin ich als Social Media Officer der zentrale Ansprechpartner. Abstimmungsprozesse finden laufend statt, sowohl innerhalb der Kommunikation als auch bereichsübergreifend. Je nach Anfrage oder Kommentar werden die einzelnen Fachbereiche natürlich hinzugezogen. Social Media ist keine One-man-show!
Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne Kommunikation zu bewältigen?
Hier war die Erstellung der Social Media Guidelines ein hartes Stück Arbeit, da hier wirklich alle Unternehmensbereiche ein Mitspracherecht hatten bzw. dieses auch eingefordert wurde. Diese Unternehmensbereiche sprechen zum Teil ganz unterschiedliche Sprachen, hier galt es zu übersetzen und zu vermitteln, was uns aber ganz gut gelungen ist. Wir haben hier im B2B Bereich sicherlich einen Best-case erreicht.
Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich?
Bisher hatten wir vor allem im Bereich Design und Gestaltung externe Unterstützung. Wie das jedoch in Zukunft sein wird, kann ich heute noch nicht sagen.
Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den Bedarf in 2 Jahren?
Sehr gute Frage. Ohne dieses sehr neue Berufsbild unterbewerten zu wollen, würde ich den Social Media Manager ein Stück weit mit einer Telefonzentrale vergleichen wollen. Man kommt nicht drum rum, ab einer bestimmten Größe des Unternehmens bzw. ab einer gewissen Anzahl von Anfragen und Kommentaren. Gleichzeitig sehe ich es als meine Hauptaufgabe, Social Media Spezialisten in den einzelnen Fachbereichen zu identifizieren und zu positionieren. Diese werden in spätestens 2 Jahren ihre eigenen fachbezogenen Inhalte publizieren und auf Anfragen und Kommentare reagieren. Der Social Media Manager hat dann eher eine beratende und überwachende Funktion.
Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die sich für diesen Beruf interessieren?
Ich muss sowohl das Unternehmen verstehen, aber auch in der Lage sein, mit den Influencern auf Augenhöhe kommunizieren zu können und zu wollen. Extrem viel Spaß an den Mitmachmedien und eine Erreichbarkeit rund um die Uhr sind Grundvoraussetzung.
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