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Interviewreihe: Berufsbild Social Media Manager (9)

Diesmal heißt unsere Interviewpartnerin Madlen Nicolaus, sie ist Social Media Manager Europe Africa & Middle East Region bei Kodak.

Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in) mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er idealerweise kommen?

Wie es der Name schon sagt, sollte sich ein Social Media Manager sehr gut mit den diversen Social Media-Kanälen auskennen, diese selbst aktiv nutzen und auf dem Laufenden über aktuelle Trends und Entwicklungen sein. Er oder sie sollte sehr gute redaktionelle und rhetorische Fähigkeiten sowie ein gutes Verständnis für Fotografie, Video-Erstellung und -Bearbeitung mitbringen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung integrierter Kommunikationskampagnen, ebenso wie im Management von komplexen sowie mehreren Projekten gleichzeitig. Der ideale Social Media Manager ist extrovertiert, kreativ und kann Ideen in ausführbare Pläne umsetzen. Natürlich sind auch Teamgeist, die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten und Erfahrung im Management von großen und kleinen interaktiven Agenturen sehr wichtig. Idealer Weise kommt der Social Media Manager aus dem Marketing-, PR-, Redaktions- oder Online-Umfeld.

Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete?

Ich bin für sämtliche Social Media-Aktivitäten des Unternehmens in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EAMER) verantwortlich, von der Strategieentwicklung bis hin zur Koordination der einheitlichen Umsetzung über die verschiedenen Kanäle wie Blogs, Twitter, Facebook, YouTube sowie neu entstehenden Plattformen. Dies gilt für die diversen Geschäftsbereiche des Unternehmens und sowohl extern als auch intern. Alle Social Media-Maßnahmen werden von mir eng mit den Business-, PR- und Marketingstrategien und den jeweiligen Teams im Unternehmen abgestimmt. Zu meinen Aufgaben gehört auch die Entwicklung von Word-of-Mouth- sowie Peer to Peer-Marketingstrategien. Oft bin ich auf Messen oder Events unterwegs, um die Kodak Aktivitäten in Form von Blogbeiträgen, Tweets, Fotos- oder Videos zu dokumentieren und in Echtzeit über die diversen Social Media-Kanäle zu streuen. Schließlich gehört auch die Präsentation von Case Studies auf Konferenzen und die Teilnahme an Paneldiskussionen zu meinen regelmäßigen Tätigkeiten.

Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer Tätigkeit?

Meine größte Herausforderung ist ein effektives Zeitmanagement. Denn ich bin für den gesamten EAMER Raum verantwortlich und betreue Social Media-Teams in acht Ländern. Gemeinsam setzen wir Maßnahmen für die verschiedenen Kodak Geschäftsbereiche um: angefangen von Consumer Produkten wie Digitalkameras, digitale Bilderrahmen, Pocket Video Kameras oder Inkjet Drucker, über Kodak Kiosksysteme, die Kodak Gallery, bis hin zu den B2B-Sparten Entertainment Imaging und Grafische Kommunikation. Dies erfordert die Koordination unzähliger komplexer Social Media-Kampagnen, Projekte, Events und der zugehörigen Kanäle gleichzeitig. Dies will gut geplant sein.

Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um?

Ich versuche stets daraus zu lernen und jeden Fehler nur einmal zu begehen.

Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen Sie sich ggf. abstimmen?

Ich arbeite sehr eng mit dem Europaeischen PR-Manager und der Europaeischen Marketingmanagerin zusammen. So stellen wir sicher, dass alle Social Media-Aktivitäten in Europa stets eng mit den PR- und Marketingstrategien sowie den Geschäftszielen des Unternehmens abgestimmt sind. Darüber hinaus ist auch das weltweite Social Media-Team von Kodak in den USA jeweils aktuell über alle Maßnahmen informiert und involviert. Auch sie beziehen das Kommunikations-Team in Europa stets bei ihren Social Media-Aktivitäten mit ein. So stellen wir sicher, dass wir von erfolgreichen Kampagnen in anderen Ländern lernen.

Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne Kommunikation zu bewältigen?

Social Media wird bei Kodak im gesamten Unternehmen gelebt. Wir betreiben ein Blog-ähnliches Intranet „MyKodakWorld“, wo wir über aktuelle Kampagnen berichten. Die ‚Redakteure’ unserer Unternehmens-Blogs 1000words, PluggedIn und GrowYourBiz sind unsere Mitarbeiter. Auf Messen und Events beziehen wir unsere Mitarbeiter aktiv in die Social Media-Berichterstattung oder Videoerstellung mit ein. Zusätzlich versenden ich und mein gesamtes Social Media-Team wöchentlich Newsletter und kurze Highlight-E-Mails an alle Mitarbeiter, damit jeder über unsere erfolgreichen Social Media-Aktivitäten aktuell informiert ist. Für interessierte Mitarbeiter bieten wir Trainings an und geben ihnen Hilfestellung, um selbst auf Social Media-Kanälen aktiv zu werden und eigene Blogs, Twitter-Accounts, LinkedIn-Gruppen oder YouTube-Kanäle zu betreiben. Wir haben Guidelines entwickelt, die ganz klar erläutern, worauf unsere Mitarbeiter bei der Social Media-Kommunikation achten sollten. Diese sind auch in unserem „Social Media Tips“-Booklet enthalten.

Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich?

Ja, unsere Social Media Representatives in fünf Europäischen Ländern sitzen auf Agenturseite bei KetchumPleon. Sie pflegen nicht nur unsere Kodak Social Media-Kanäle in den jeweiligen Landessprachen sondern auch den aktiven Kontakt und Austausch mit Bloggern sowie Influencern. Die Teams sind über das Kodak Messaging, sowie die Produkte und die Kommunikationsstrategie aktuell informiert. Sie haben verinnerlicht, wo die Marke steht. Sie haben die Authorität, die Kanäle selbstständig zu pflegen, Inhalte zu erstellen, ohne dass jeder Tweet abgestimmt wird. Bei Fragen stehen ich sowie die lokalen PR- und Produkt Manager jederzeit helfend zur Seite.

Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den Bedarf in 2 Jahren?

Ich glaube, dass auch für Social Media Manager zukünftig das Thema Mobile und Mobile Applikationen an Bedeutung gewinnen wird. Weiterhin ist zu erwarten, dass mehr und mehr Unternehmen das Potential von Social Media erkennen und damit der Bedarf an dieser neuen Berufsgruppe entsprechend stark steigen wird.

Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die sich für diesen Beruf interessieren?

Ich kann Bewerbern nur raten, selbst aktiv im Bereich Social Media zu sein, die aktuellen Entwicklungen kontinuierlich zu verfolgen und neue Kanäle oder Tools auch selbst auszuprobieren. Darüber hinaus empfehle ich die Teilnahme an verschiedenen Social Media-Konferenzen und Workshops, da diese gute Einblicke in die Aktivitäten, Erfahrungen und Bedürfnisse von Unternehmen im Bereich Social Media bieten.

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