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Weiterbildung
In den vergangenen Gesprächen mit Social Media Managern, handelte es vornehmlich um Verantwortliche, die aus Unternehmenssicht die Social Media Kanäle ihres Arbeitgebers pflegten. Diesmal drehen wir den Spieß um und sprechen mit Benjamin Wittkamp. Der 32-jährige Kulturwissenschaftler kümmert sich um das Social Media Management bei der Hamburger Agentur Elbkind. Was konkret in Wittkamps Aufgabenbereich fällt, wie er die Abstimmungsprozesse mit den Agenturkunden koordiniert und welche persönliche Meinung er in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit dieses Berufsbilds hat, erklärt er uns im Interview.
Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in)
mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er
idealerweise kommen?
Das Aufgabenfeld eines Social Media Managers kann ganz unterschiedlich sein. Deswegen ist es schwierig einen idealtypischen Social Media Manager zu konstruieren. Viele Unternehmen suchen einen der alles kann. Doch wenn zum Beispiel Community-Management einer großen Facebook-Fanpage eingeschlossen ist, reicht ein Allrounder nicht mehr aus. Dann muss ein funktionierendes Team mit unterschiedlichen Fähigkeiten her. Grundsätzlich sollte ein Social Media Manager aber Erfahrungen im Bereich Unternehmenskommunikation gesammelt haben. Darauf können dann verschiedene Fähigkeiten aufsetzen. Wie zum Beispiel Analysefähigkeiten, textliche Fertigkeiten oder konzeptionelles Know-How.
Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete?
Meine Aufgabengebiete sind sehr abwechslungsreich. Es soll ja keine Langeweile aufkommen
Meine Aufgaben sind: Koordination unseres Social Media Teams, Community-Management, Konzeption, Analyse, Monitoring, Reporting, Redaktion, Beratung, Krisenmanagement, Seeding, Vorträge und Präsentationen, ein wenig Projektmanagement sowie die ständige Prozessoptimierung.
Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer Tätigkeit?
Das Krisenmanagement stellt natürlich immer eine besondere Herausforderung dar, zum Beispiel bei einem drohendem Shitsorm. Die Aufmerksamkeit im Social Web, aber auch die kundenseitige Aufmerksamkeit ist hier am größten und das heißt für mich in kürzester Zeit Lösungen finden, die alle Seiten zufrieden stellen.
Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um?
Genauso wie ich es unseren Kunden auch immer empfehle: Offen und ehrlich den Fehler zugeben. Fehler passieren, können aber in den allermeisten Fällen korrigiert werden.
Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen Sie sich ggf. abstimmen?
Die Abstimmungsprozesse sind von Kunde zu Kunde unterschiedlich. Gerade zu Beginn einer Zusammenarbeit müssen Kunde und Agentur naturgemäß sehr viel kommunizieren. Meiner Erfahrung nach muss man sich Freiheiten erarbeiten. Der Kunde muss Vertrauen gewinnen, was man durch gute Arbeit erreicht. Hat man das Vertrauen erstmal gewonnen sind Abstimmungsprozesse nur noch in kritischen Fällen notwendig. Generell nutzen wir Tools wie Customer-Relationship-Management-Tools, die neben der Eindämmung der E-Mail-Flut viele weitere Vorteile haben.
Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne Kommunikation zu bewältigen?
Für die interne Kommunikation gilt dasselbe wie für die externe Kommunikation. Es gilt die E-Mail-Flut einzudämmen und Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. Jeder muss wissen, was der andere gerade tut bzw. was er getan hat. Darüber hinaus gehört es zu meinen Aufgaben das elbkind-Team ständig über Neuerungen im Bereich Social Media auf dem Laufenden zu halten.
Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich?
Bei der Themenvielfalt die einem entgegen schlägt, wenn man für verschiedenste Kunden arbeitet, ist es manchmal unabdingbar externe Berater heranzuziehen. Aber auch bei rechtlichen Themen sollte man sich nicht auf Glatteis bewegen und lieber einen Juristen zu Rate ziehen.
Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den Bedarf in 2 Jahren?
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Beruf des Social Media Managers weitere Spezialisierungen nach sich zieht. Zum Beispiel einen Social Media Analysten, welcher vielleicht keinen kommunikativen Hintergrund besitzt, aber dafür ausgeprägte analytische Fähigkeiten mit sich bringt. In zwei Jahren kann aber auch so viel im Social Web passieren, dass ganz andere Fertigkeiten gefragt sind. Grundsätzlich denke ich aber, dass es in den nächsten zwei Jahren darum geht sich weiter zu professionalisieren.
Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die sich für diesen Beruf interessieren?
Logisch, dass man eigene Profile auf den wichtigsten Plattformen haben sollte. Und natürlich ist ein eigener Blog von Vorteil. Aber viel wichtiger ist, dass man echtes Interesse für die Thematik mitbringt. Und das zeigt sich im Bewerbungsgespräch recht schnell. Bewerber sollten wissen, welche Aufgaben ein Social Media Manager zu erfüllen hat, was gerade im Social Web passiert und am besten auch schon warum eine Kommunikationsmaßnahme erfolgreich war oder nicht. Das erscheint dem eine vielleicht banal, dem Berufseinsteiger dagegen vielleicht etwas viel. Aber das Wissen um Social Media Marketing steckt für jeden erreichbar im Social Web. Kurz gesagt: eintauchen, aufsaugen und ausprobieren.
Wir bedanken uns für das Interview bei Benjamin Wittkamp und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!
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