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Interviewreihe: Berufsbild Social Media Manager (3)

Heute sprechen wir mit Melanie Grundmann, Social Media Manager Axel Springer Digital TV Guide.

Welche typischen Fähigkeiten sollte ein(e) Social Media Manager(in) mitbringen und aus welchem Tätigkeitsumfeld sollte sie oder er idealerweise kommen?

Neugierde, Flexibilität, Kritikvermögen, Kommunikationsstärke und ein gewisses Maß an Kreativität, da man sich als Social Media Manager/in auf neue Trends und Bewegungen schnell einstellen muss. Die idealen Zugangsvoraussetzungen würde ich weniger am Tätigkeitsumfeld als am Persönlichkeitsprofil festmachen: Personen mit starkem Kontrollzwang und weniger gut entwickelten Kommunikationsfähigkeiten sind sicherlich weniger gut geeignet als solche mit den oben genannten Eigenschaften. Web-Erfahrung ist eine selbstverständliche Voraussetzung, je mehr, desto besser. Ein Gespür für Marketing und betriebswirtschaftliche Grundsätze sollte ebenfalls vorhanden sein.

Was sind Ihre typischen Aufgabengebiete?

Monitoring, also “Überwachen”, wie unser Unternehmen und dessen Produkte wahrgenommen werden. Research, also klassische Marktbeobachtung: Was sind die kommenden Trends, wohin gehen die Entwicklungen im jeweiligen Geschäftsbereich; damit zusammenhängend Innovationsgebung für die Produktentwicklung. Daneben Betreuen und Bewerben der Zielgruppen, Interessenten und Kunden im Web über Plattformen wie Blogs, Facebook, Twitter, Foren und damit zusammenhängend Aufbau und Pflege eines guten Images des Unternehmens bzw. der Produkte im Web.

Was war für Sie bisher die größte Herausforderung in Ihrer Tätigkeit?

Definitiv der Launch eines Produktes. Es braucht seine Zeit, eine Reputation zu erwirtschaften. Der Weg dahin ist immer länger als gedacht, aber es bietet unheimlich viel Spielraum, verschiedene Dinge auszuprobieren und die Erfahrung zu sammeln: was läuft/was läuft nicht? Unser Produkt watchmi ist Anfang des Jahres mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurden, das ist ein sehr schönes Ergebnis, knapp ein Jahr nach dem Launch.

Wie gehen Sie persönlich mit Fehlern um?

So abgedroschen es klingt: Am meisten profitiert man, von ihnen zu lernen.

Wie managen Sie Social Media Prozesse, mit wem müssen Sie sich ggf. abstimmen?

Ich arbeite Hand in Hand mit unserer Marketingabteilung ebenso wie mit dem Produktmanagement, da die drei Bereiche doch sehr eng miteinander verzahnt sind und voneinander profitieren können.

Welche Aufgaben haben Sie in punkto interne Kommunikation zu bewältigen?

Da gibt es zwei Ebenen. Zum einen muss die interne Kommunikation am Fließen erhalten werden, damit die für den Bereich Social Media relevanten Informationen auch dort ankommen. Je größer ein Unternehmen ist, desto schwieriger sind solche Prozesse. Bei uns ist das glücklicherweise überschaubar. Zum anderen müssen die via Social Media gewonnenen Erkenntnisse natürlich auch ins Unternehmen zurückgetragen werden (Marketing, Produktentwicklung, Geschäftsleitung). Dafür erstellen wir regelmäßige Monats- und Quartalsberichte, werten Umfragen aus, etc.

Setzen Sie trotzdem auf Unterstützung durch externe Berater? Wenn ja in welchem Bereich?

Derzeit weniger, aber ab einer bestimmten Größe werden umfangreiche Monitoringtools unerlässlich werden, ebenso wie Experten für umfassende Nutzerstudien. Auch im Bereich Social Marketing wird man sicher einmal auf spezialisierte Agenturen zurückgreifen, beispielsweise für virale Kampagnen.

Blick in die Kristallkugel: Wie wird sich das Berufsbild des Social Media Managers weiterentwickeln und wie sehen Sie den Bedarf in 2 Jahren?

Der Bedarf wird sicherlich steigen, einfach weil die Nutzerzahlen stetig wachsen und auch immer mehr Unternehmen aktiver im Web mitmischen. Ich nehme an, dass mit wachsender Präsenz des Web im Alltag und mit dem Generationswandel auch die Kommunikationsbereitschaft der Menschen steigen wird. Derzeit konsumieren die meisen Nutzer doch mehr, als dass sie aktiv mitgestalten. Diese beiden Punkte sind jedoch langfristiger gedacht. Kurzfristig wird sich in der Grundstruktur wohl nicht allzuviel ändern. Es wird neue Produkte geben, auf die man sich einstellen wird. Und die Unternehmen legen zunehmend Wert auf Social Media, so dass sich der Zweig weiter professionalisieren wird.

Welche Tipps können Sie Bewerbern geben, die sich für diesen Beruf interessieren?

Bauen Sie sich eine Credibility im Web auf, zeigen Sie, dass Sie dort zu Hause sind. Das sind die Grundvoraussetzungen. Dann sollte man sich zumindest ein Grundwissen über Marketing aneignen. Damit sollten die Hard Skills abgedeckt sein. Unerlässlich sind aber, wie oben erwähnt, die entsprechenden Charaktereigenschaften. Es ist letztlich wie bei jedem anderen Job: Man sollte das machen, was man wirklich machen will, was also der eigenen Persönlichkeitsstruktur entspricht. Also einmal tief in sich rein hören und wenn es passt, kann man sich die notwendigen Fähigkeiten jederzeit aneignen.

Wir bedanken uns für das Interview bei Melanie Grundmann von Axel Springer Digital TV Guide Berlin.

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